Herausragender Kopf von Deutscher Bahn gewaltig beeindruckt

Fiktiver Unfallbericht

Bonn. Gestern wurde ein 37 jähriger Mann mit einer ungewöhnlichen Kopfverletzung in die Unfallstation der Bonner Universitätsklinik eingeliefert. Der über zwei Meter sieben große Alfred M. befand sich gerade in der Unterführung am Ende der Poppelsdorfer Allee, als das Unglück geschah. "Auch wenn es immer knapp war, bin ich doch bis jetzt immer ohne Probleme durchspaziert" erklärte der sichtlich geschockte und leicht benommene Betroffene. Doch eine Verkettung von äußerst unglücklichen Umständen führte zu dem für Alfred M. folgenschweren Ereignis. An der engsten Stelle der Unterführung trat er auf eine herumliegende Zigarettenschachtel, als genau in diesem Moment der aus dem Bonner Hauptbahnhof abfahrende ICE "Gerhardt Hauptmann" über die die Unterführung überbrückenden Gleise fuhr. Die dadurch erfolgte Absenkung der Brücke um 0.83 cm und die 0.52 cm hohe, halbvolle Zigarettenschachtel führten dazu, daß sich der Kopf der Metallniete in den Kopf des Passanten senkte und diesen bis zur Überfahrt des letzten Wagens einklemmte.

"Herr Margul hatte noch Glück im Unglück, stellen Sie sich vor, da hätte statt der Zigarettenschachtel eine Bierflasche gelegen" erklärte der behandelnde Arzt, Dr. Katzenberger, der uns zugleich versicherte, daß Herr M. keine bleibenden Schäden davontragen wird. Ungeklärt ist jedoch noch, wer denn die 10 Euro Praxisgebühr übernehmen wird. Die Deutsche Bahn verweist auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt Bonn, diese hat ihrerseits inzwischen Anzeige gegen Unbekannt wegen verkehrsgefährdender Entsorgung gesundheitsgefährdender Genußmittel gestellt. Die Tabakindustrie weist jegliche Verantwortung von sich, da es sich bei den Zigaretten um illegal aus der Ukraine eingeführte Ware handelt, verspricht jedoch, in Zukunft die aufgedruckten Warnhinweise um diese neu aufgetretene Gefährdung zu ergänzen.

Inzwischen kündigt sich jedoch Hilfe von ungewohnter Seite an. Eberhardt S., der zusammen mit seinen Kollegen Schorsch G. und "Bolle" in der Unterführung eine Münzsammelstelle betreibt, hat eine Zusatzkollekte für Alfred M. eingerichtet. "Irgendwie fühle ich mich für den direkt vor meinem Arbeitsplatz geschehenen Unfall mitverantwortlich, schließlich waren die Zigaretten als Sachspende für unser Unternehmen gedacht." gestand uns Eberhardt S. in einem vertraulichen Hintergrundgespräch bei einem Glas Rüdesheimer Krätzer.

Unveröffentlicht

Entstehungsdatum

16. Februar 2004

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